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Sie hören im Hintergrund die Melodie zu "Integer
vitae".
(Mit dem "Opera"-Browser wohl leider
nicht.)
Integer vitae scelerisque purus
non eget Mauris iaculis nequ' arcu,
nec venenatis gravida sagittis,
Fusce, pharetra...
(Horaz)
(Sehr frei übersetzt:
Wer rechtschaffen lebt,
braucht nicht Speer noch Bogen noch giftige Pfeile.)

Sehr geehrte Besucherin, sehr geehrter Besucher,
gestatten Sie mir, daß ich mich Ihnen kurz vorstelle.
Mein Name ist Eberhard E(rich) Küttner.
Ich bin 1949 in Frankenberg (Sachsen)
geboren worden, und seit 1984 lebe und arbeite ich in Chemnitz. Nach dem Abitur habe ich
Germanistik und Slawistik sowie Erwachsenenbildung studiert, später kamen noch
Psychologie und Kommunikationswissenschaften hinzu, und seitdem ist die sehr interessante
und vielseitige Tätigkeit der Lehre auf diesen Wissenschaftsgebieten mein Lebensinhalt -
nach meiner Familie natürlich.
Literatur gehört schon von Kindesbeinen an unbedingt zu mir - ebenso wie
meine anderen großen Leidenschaften: die Sprache und das Sprechen, das schöpferische
Aneinanderreihen von Buchstaben und die Begegnung mit all den anderen Künsten; Natur und
Wandern, Religion und Philosophie, Heilkunde und Meditation, Politik und Geschichte,
Gedankenaustausch über Gott und die Welt und noch vieles mehr.
Kunst ist für mich eine subjektive Widerspiegelung des ganz
persönlichen Fühlens und Erlebens eines Menschen, die von den anderen ebenso subjektiv
wahrgenommen und bewertet wird. Deshalb stimme ich Herrn Z. aus vollem Herzen zu,
wenn er zum Kritiker spricht: Falls dir nicht gefällt, was ich gemacht habe, dann sage
einfach, es gefällt mir nicht. Das ist völlig in Ordnung. Aber ob meine Arbeit gelungen
ist oder nicht, kannst du nicht beurteilen, denn nur ich selber weiß, was ich schaffen
wollte und ob ich zufrieden bin. - Ich denke im übrigen auch, daß der Künstler das, was
er - aus einem inneren Drängen heraus - erschafft, zuallererst für sich selber macht und
erst in zweiter Linie auch für diejenigen, die sich davon angesprochen und berührt
fühlen. Sein Werk will und kann nicht allen gefallen.
Ich bin keiner, der sich am Ziele seines Strebens wähnt, sondern ein
Unvollkommener, einer, der immer auf dem Wege sein wird, ein Nachdenklicher und Suchender,
ein Fragender und Lernender, der aber trotzdem sehr genau weiß, was er will, und der sein
Leben ernsthaft und fröhlich auf Liebe, Glauben und Hoffnung gründet.
Was ich schätze: bedingungslose Liebe, Achtung Andersdenkender, Stille,
Einfachheit, Bescheidenheit, Taktgefühl, absolute Zuverlässigkeit, ein gepflegtes
Deutsch und noch manches andere.
Was ich nicht mag: Intoleranz, Rechthaberei, Egoismus, Gewalt,
Engstirnigkeit, Arroganz, schlechte Manieren; überflüssige Amerikanismen in
Alltagssprache und Wissenschaft, Kultur und Lebensweise; den Irrtum, daß man mit Waffen
Frieden schaffen könne, und übrigens auch die amtlich verordnete Schlechtschreibung,
irreführenderweise "Rechtschreibreform" genannt.
Wofür ich mich einsetze: für eine künftige gerechte und wirklich
demokratische Gesellschaft, für Solidarität mit unterdrückten und benachteiligten
Menschen und für eine friedliche Welt.
Ich bin sehr neugierig:
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vor allem auf Menschen mit ihren Schicksalen, ihren Gedanken und
Einstellungen, Ideen und Lebensphilosophien und darauf, welche Strategien sie entwickelt
haben, ihr Leben zu meistern; |
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auf das Leben in seiner unerschöpflichen Tiefe, mit seinen Geheimnissen,
Wundern und Überraschungen; |
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auf neue Erlebnisse und Erfahrungen, auf fremde Städte und Landschaften,
auf den morgigen Tag; |
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darauf, wie meine Probleme sich in der Zukunft lösen (lassen) werden und
welche Antworten ich irgendwann auf meine vielen Fragen bekomme; |
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darauf, was das Leben noch an Überraschungen für mich bereit hält und
was mit mir passieren wird, wenn ich tot bin; |
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und darauf, wie der Roman endet, den ich gerade lese... |
Meine Kindheit war schwierig, meine
langjährige Ehe auch, und ich trage - wie die meisten Menschen - die Folgen seelischer
Verletzungen mit mir herum, selbst wenn sie mich nicht mehr schmerzen. Sie haben mich aber
auch zu einigen nützlichen Erkenntnissen geführt:
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Ich bin überzeugt, daß nicht das, was ich erlebe, mich leiden läßt,
sondern meine Einstellung dazu. |
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Ich versuche den gegenwärtigen Augenblick bewußt wahrzunehmen, anstatt
allzu oft in Vergangenheit und Zukunft zu leben. |
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Ich freue mich über das scheinbar Unscheinbare und bin dankbar auch für
die kleinen Dinge des Alltags, die man so leicht übersieht. |
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Ich lasse mich von unangenehmen Ereignissen, die ich nicht ändern kann,
nicht dazu provozieren, mich länger als fünf Minuten zu ärgern. |
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Ich bemühe mich, in allem, was ich erlebe, stets die positive Seite zu
sehen. Nach meiner Erfahrung gibt es sie auch im schlimmsten Falle. Manchmal erkenne ich
sie freilich auch erst später. |
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Ich mute anderen nicht zu, was mir zugemutet worden ist. |
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Ich nehme die Menschen so an, wie sie sind, weil ich sie in ihrem Wesen
weder umkrempeln kann noch will. |
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Ich habe Verständnis für die kleinen und großen Fehler anderer, weil
ich weiß, daß auch ich meine Schwächen habe und daß ich nicht davor gefeit bin, zu
versagen und schuldig zu werden. |
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Ich hüte mich davor, meine Seele und meine Gesundheit durch Haßgefühle
zu vergiften. |
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Ich trete, überall wo ich kann, mit Überzeugung und Engagement ein für
Selbstbestimmung und Toleranz, für die Achtung der Würde eines jeden einzelnen Menschen
und für die vorurteilsfreie Annahme seiner Person in ihrer kostbaren Einzigartigkeit. |
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Ich finde Rechthaberei und das Streben nach Herrschaft über andere
Menschen und Völker unerträglich. Die Rechtfertigung von Kriegen und die Meinung, man
könne Frieden herbeibomben und Gewalt mit Gewalt bekämpfen, lehne ich entschieden ab. |
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Ich liebe das Leben, aber ich kann auch gänzlich ohne Angst und Entsetzen
an meinen Tod denken. |
Als ich 1993 erfuhr, daß ich an
chronischem Nierenversagen leide und nur mit Hilfe der Dialyse bis zu einer eventuellen
Organspende würde überleben können, haben mir diese Erkenntnisse sehr geholfen. Meine
berufliche Karriere sollte einen tiefen Einschnitt bekommen, ich sollte dreimal pro Woche
fünf Stunden lang über zwei Kanülen mit einem Gerät verbunden sein, ohne das ich nicht
mehr würde existieren können, mein Befinden würde sich verschlechtern, mit
Folgeschäden für meinen Körper mußte ich rechnen. Ich hätte gegen ein scheinbar
blindwütig und ungerecht strafendes Schicksal innerlich rebellieren und meine ganze noch
verbleibende Kraft in diesem Aufbegehren vergeuden können. Ich hätte mich in
Selbstmitleid und Bitterkeit vergraben können. Aber das alles hätte an der Situation
nichts geändert, sondern es hätte sie nur noch schwerer erträglich und meinen Zustand
verschlimmert.
So habe ich sie einfach angenommen:
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Angenommen als eine Herausforderung, an ihr innerlich zu wachsen; |
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angenommen als eine Chance, ganz neue Erfahrungen zu machen, die
den meisten Menschen verschlossen bleiben; |
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angenommen als ein Angebot, über mein Leben nachzudenken und
darüber, ob ich noch so leben will wie vor der Krankheit. |
Und ich habe diese Herausforderung, diese
Chance und dieses Angebot genutzt; mein Leben hat sich in den letzten Jahren sehr
verändert, und ich bin froh darüber.
Seit März 1999 lebe ich mit einer "neuen" Niere nahezu
beschwerdefrei, und ich vermag alles Schöne am Leben sehr viel mehr zu schätzen als
vorher. Ich nehme mein neu geschenktes Leben mit all seinen erfreulichen und
beglückenden, aber auch mit den schwierigen und leidvollen Seiten in großer Dankbarkeit
an, und ich denke sehr bewußt über dieses Geschenk nach.
Das kann man auch "zwischen den Zeilen" mancher Texte lesen,
die ich in den letzten Jahren geschrieben habe. Ich möchte einige davon
sachbezogene, belletristische und Gelegenheitsnotizen - auf diesen Seiten Menschen
zugänglich machen, die wie ich sehr bewußt und intensiv, gern und dankbar leben, die
aber manchmal auch ratlos und verzweifelt sind und die besonders dann
einfühlsam-verständnisvolle mitmenschliche Nähe brauchen.
Sie, die Sie bis hierher gelesen haben und hoffentlich nicht
enttäuscht sind, wenn Sie diese Seiten wieder verlassen, sind herzlich eingeladen, mir
Ihre Gedanken und Gefühle bei der Lektüre mitzuteilen. Auch für konstruktive Kritik,
was den Inhalt und die Form betrifft, bin ich Ihnen dankbar. Im Erstellen von Netzseiten
bin ich kein Fachmann, und meine Programmierkenntnisse halten sich noch sehr in Grenzen.
Dieser meinb Internet-Auftritt wird nie "fertig" sein, denn in kurzen
Zeitabständen werde ich Texte hinzufügen bzw. austauschen sowie Aktualisierungen und
andere Veränderungen vornehmen. Vielleicht schauen Sie deshalb gelegentlich wieder einmal
hier herein. Es würde mich sehr freuen!
Sollten Sie Tippfehler und nicht
funktionierende Netzverweise (sogenannte "Links") bemerken, wäre ich Ihnen für
einen Nachricht dankbar.
Chemnitz, den 21.04.2002
Eberhard E. Küttner
Sollten Sie jetzt den Wunsch haben, das Bild, das Sie
sich bisher von mir gemacht haben,
noch durch ein visuelles Bild zu ergänzen,
dann schauen Sie sich an, wie ich auf Photographien
aussehe.

Ein Choral, dessen Klang ich besonders mag,
drückt in den neuen Worten von Georg Welker sehr treffend aus, wozu ich mich bekenne:
Ich bete an die Macht der Liebe.

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